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Markt 10

Text: Antje Hainz - Architekturbüro Hainz & Hainz Meißen

Repräsentativer Barockbau von 1747. Instandgesetzt in den siebziger Jahren, bis in die neunziger Jahre bewohnt und derzeit in Sanierung.
Das nach langem Leerstand in Kirchenbesitz übergegangene Wohn- und Geschäftshaus verfügt in Treppenhaus, Stuckdecken und Dachkonstruktionen über eine Vielzahl von Bauformen des vornehmen bürgerlichen Barocks. Bei den Initialen von J. G. Böhme und den illusionistischen Spiegeln auf den Putzflächen handelt es sich um typisch barocke Fassadenelemente.

Bildergalerie

Markt 10 (2015) Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 Markt 10 (1992)

Informationen

Vorgängerbau:
Die frühesten fassbaren Bauten auf dem breit gelagerten Grundstück sind im Zusammenhang mit der Stadtgründungsphase des 13. Jh., in der der Markt entstand, anzunehmen. Im 16. Jh. [Hiob Magdeburg] sind zwei giebelständige Bauten in Bildquellen, von denen jedoch keine Bauteile sichtbar erhalten sind.

Der Neubau erfolgte 1747 mit Bezug auf Johann Gottlob Böhme, worauf die Initialen in der Fassade verweisen. Böhme hatte für diesen groß angelegten Bau 1745 drei Flurstücke erworben.
Ein repräsentativer Barockbau der Meißner Altstadt.
Typisch barocke Fassadenelemente sind die symmetrische und strenge Gliederung aus Fenstern, Simsen, Pilastern, die illusionistischen Spiegel auf den Putzflächen, das breit gelagerte Tor mit feingliedrig verziertem Schlussstein und den o.g. Initialen.
Im Inneren des Hauses finden wir in Treppenhaus, Stuckdecken, Dachkonstruktion die Bauformen des vornehmen bürgerlichen Barock wieder. Bis in die 90-er Jahre erhielten sich auch einige barocke Holzteile wie Fenster und Türen. Zur ebenfalls barocken Raumstruktur sind bemerkenswert die überwölbte Durchfahrt sowie die große Schwarzküche im nordwestlichen Teil des Erdgeschosses.

Sonstige geschichtliche Besonderheiten:
Die ältesten historischen Darstellungen der Stadt (Hiob Magdeburg 1558+ Stadtansicht 1601) zeigen die Westseite des Marktes in geschlossener Bebauung mit giebelständigen Häusern (M10 nicht genau zuordenbar).

Der 30-jährige Krieg, der besonders mit dem Einfall der Schweden im Juni 1637 große Zerstörungen in Meißen anrichtete, ließ auch dieses Gebäude, das Johann Otto gehörte, im abgebrannten Zustand zurück. Das sicher recht große Anwesen war für stolze 2500 Gulden gekauft worden - 1637 jedoch war "..die Brandstelle kaum auf 300 Gld. zu aestimieren." -

Das Grundstück gehörte zu den privilegierten, die über eine eigene Wasserversorgung verfügten - wie uns ein Plan des 18. Jh. im Stadtarchiv belegt.
Die sogenannte Amtsröhrfahrt führte hier vorüber. Sie brachte frisches Quellwasser aus dem Meisatal (nördlich der Altstadt) über Hohlweg und Burgstraße zum Markt und speiste in der oberen Stadt auch zwei öffentliche Brunnen. Diese Amtsröhrfahrt - als wichtiger Teil unserer Stadtkultur - konnte in den 90-er Jahren wiederhergestellt werden und beliefert heute wieder einige Brunnen in der Stadt mit frischem Quellwasser.

Entwicklung bis zur Wende:
Das Wohn- und Geschäftshaus war in den 70-er Jahren instandgesetzt worden, wobei moderne Wohnverhältnisse mit WC und Bad entstanden, was in Meißen nicht selbstverständlich war. Diese Modernisierungsaktion erstreckte sich auch auf die Gebäude Markt 8 und 9 und schuf begehrte Wohnungen sowie anspruchsvolle Ladengeschäfte (hier Laden der Winzergenossenschaft Meißen; im Markt 9 Laden der Porzellanmanufaktur Meißen). Im Markt 10 wurde ein historistischer Umbau der Ladenfassade rückgängig gemacht und ein besonders schöner schmiedeeiserner Ausleger mit goldener Weintraube angebracht, der jetzt in gleicher Form am Weinhaus Schuh am Markt 5 wieder zu bestaunen ist.
Das im Besitz der städtischen Wohnungsverwaltung befindliche Grundstück war bis in die 90-er Jahre bewohnt.

Entwicklung nach der Wende:
Nach mehreren Jahren Leerstand ging das Haus in kirchlichen Besitz über. Es wird jetzt im Rahmen der Stadtsanierung als Gemeindezentrum ausgebaut. Der Anbau der 70-er Jahre, der den Hofraum verstellte, wurde abgebrochen; anstelle eines klassizistischen Seitenflügels entsteht jetzt ein modern gestalteter Saal.
Restauratorische Untersuchungen konnten auch in diesem Haus einen Schatz an barocken Malereien feststellen und dokumentieren - sicher werden einige erhalten bleiben, möglicherweise bereichern sie auch nach Fertigstellung des Gebäudes die Räume.

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