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Heinrichsplatz 7

Text: Claus-Dirk Langer - Architekt & Stadtplaner Meißen

Als Bankhaus "Kröber & Co", spätere "Meißner Bank", erbaut um 1900 in den Formen der Neorenaissance. 1991 saniert durch die Deutsche Bank.
Bei den Schmuckelementen des Hauses wie den Medaillons mit Reliefbildnissen Kaiser Karls V. und des sächsischen Herzogs Georg, den Wappenschildern Polens, Sachsens und Hessens sowie dem Bildnis von Kurfürst Moritz und seiner Gemahlin handelt es sich um erhalten gebliebene, originale Zeugnisse des Vorgängerbaus aus der Renaissance.

Bildergalerie

Heinrichsplatz 7, Wappenschilde Polen und Sachsen Heinrichsplatz 7, Bankhaus Dresdner Bank (1991) Heinrichsplatz 7 Heinrichsplatz 7, Meißner Bank (um 1907) Heinrichsplatz 7 (um 1985) Heinrichsplatz 7 (um 1985) Heinrichsplatz 7, Reliefbildnisse Kaiser Karls V. und sächsischem Herzog Georg (2015) Heinrichsplatz 7 Heinrichsplatz 7

Informationen

Das viergeschossige Eckgebäude mit hohem Staffelgiebel in den Formen der Neorenaissance wurde 1900 an der Stelle eines Renaissancegebäudes aus dem 16. Jahrhundert errichtet.
Den für den Neubau ausgelobten Wettbewerb gewann der Meißner Architekt Hans Klinke, der dann auch das Vorhaben realisierte.

Bemerkenswert ist die Übernahme der Giebel- und Erkerform sowie der originalen Schmuckelemente des Erkers vom Vorgängerbau in den neuen Erker: In den oberen Brüstungsfeldern sind es Medaillons mit meisterhaften Reliefbildnissen Kaiser Karls V. und des sächsischen Herzogs Georg, beide geschmückt mit dem Orden des Goldenen Vlieses. In der unteren Brüstung sind die Wappenschilde Polens und Sachsens angebracht (da die Gemahlin von Herzog Georg aus dem polnischen Königshause stammte). An den seitlichen Schmalseiten des Erkers findet man die Wappen von Sachsen und Hessen und die Bildnisse von Kurfürst Moritz und seiner aus Hessen stammenden Gemahlin.
Diese Reliefs schuf Christoph Walter I., der bedeutendste Bildhauer der Frührenaissance im sächsischen Raum, im Jahre 1533 im Auftrag damaligen Bauherrn, des reichen Tuchmachers und Ratsherren Sigismund Badehorns.

Der Neubau von 1900 war als Bankgebäude konzipiert, was noch heute im figürlichen Schmuck der Fassade sichtbar ist: Unter dem kleinen Baldachin an der linken Gebäudeecke steht die Figur eines Patriziers mit einem Geldsäckchen in der rechten Hand. Der damals angebaute breite Balkon und die zweigeschossige Loggia sind allerdings verschwunden und auch die prächtige Ausmalung des Giebels ist getilgt.
In dem Vorgängerbau aus der Renaissance gründete Carl Kröber 1866 die erste Privatbank Meißens, das "Bankhaus Kröber & Co.". 1907, nun schon im neuen Gebäude, wird sein Bankhaus in die "Meißner Bank" umgewandelt. Später geht er eine Zusammenarbeit mit der Dresdner Bank ein, später ist sein Haus auch eine Filiale der "Mitteldeutschen Privat-Bank". 1920 firmiert das Bankgeschäft als "Commerz- und Privatbank AG, Filiale Meißen".
Schließlich war bis 1990 hier eine Filiale der Staatsbank der DDR.
1991 erwarb es wieder die Dresdner Bank, die inzwischen mit der Commerzbank fusionierte.
An der Hausecke hatte im Erdgeschoss ab 1900 die Buchhandlung Louis ihren Sitz. 1852 an der Leipziger Straße als Buch- und Papierhandlung gegründet, widmete sich Mosche ab 1862 nur noch dem Buchhandel und Verlagswesen. Wie alte Geschäftsanzeigen verraten, betrieb er hier seine "Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung, verbunden mit Journal-Lesezirkel und Leihbibliothek". Aus seinem Verlag stammen zahlreiche historische Pläne, Karten, Stadtführer und Adressbücher von Meißen.
Nach 1991 wurde das Haus einer gründlichen Sanierung unterzogen.

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Heinrichsplatz 7 (vor 1990)

nach 1990

Heinrichsplatz 7 (2015)

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